Dr. med. Matthias Thöns & Holger Müller-Berge, Wiesenstraße 14, 58452 Witten
Fachärzte für Anästhesiologie, T: Notfall-, Schmerz- und Palliativmedizin, zertifiziert nach DIN/ ISO

Narkosesicherheit - FAQ
(Frequently Asked Questions - englische Version)

- Praxis zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 -

Was wird in der Praxisklinik-Witten zur Narkosesicherheit getan?

  1. Facharztstandard
  2. Überwachungsgeräte
  3. Notfallequipment
  4. Einsatz sicherer Narkosemedikamente
  5. Einsatz sicherer Narkosetechniken
  6. Risikofaktor “menschliches Versagen”
  7. standardtisierte Abläufe
  8. Notfallmanagement

Und was passiert zuhause?

  1. Einfach nach Hause?
  2. Werde ich wieder aufwachen?
  3. Wie häufig kommt es zu Narkosezwischenfällen?
  4. Was sind die Ursachen von Narkosezwischenfällen?
  5. Ist eine Kindernarkose gefährlicher?
  6. Wie kann ich meine Sicherheit bei der Operation/ Narkose erhöhen?
  7. Ist eine ambulante Narkose nicht risikoreicher als eine Narkose im Krankenhaus?
  8. Ist die personelle Ausstattung im Krankenhaus nicht besser?
  9. Ist eine Teilnarkose nicht schonender für den Körper?
  10. Was wird denn gegen den Wundschmerz getan?
  11. Werde ich starke Übelkeit haben?
  12. Sind zwei kurz aufeinander folgende Narkosen gefährlich?
  13. Kann ich während der Narkose wach sein?
  14. Muss ich auf Schmuck und Nagellack/ Kosmetika verzichten?
  15. Muss ich vor der Narkose meine dritten Zähne herausnehmen?
  16. Die 4 häufigsten Fragen des Patienten nach einer Operation?

1. Facharztstandard

Der Facharztstandard wird stets eingehalten, sind wir einmal nicht persönlich da, vertritt uns immer ein erfahrener Facharzt für Anästhesiologie. Mit unseren Vertretern arbeiten wir schon seit Jahren zusammen, einer der Vertreter hat bereits Johannes Rau und Joschka Fischer behandelt.

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2.Überwachungsgeräte

Wir halten über die gesetzlich geforderten Bestimmungen hinaus Überwachungstechnik vor. Hochmoderne softwaregeführte Überwachungsmonitore stehen nicht nur in den beiden Operationssälen, sondern an jedem der 8 Aufwachraumplätze zur Verfügung. Durch intelligentes Alarmmanagement gibt es abgestufte Alarmtöne, die zwischen „kleinen Störungen“ und akuten Gefährdungen unterscheiden. Geräte mit zu leiser Alarmgebung wurden verkauft (Unser Dank gilt Ebay...). Ganz neu haben wir die erweiterte Herzüberwachung eingeführt. In beiden OPs werden alle relevanten Herzrhythmusstörungen (*1) automatisch erkannt und eine Herzdurchblutungsüberwachung (*2) wird alarmgesichert angezeigt. Jedes Patientenzimmer und der Aufwachraum sind it einem Schwesternrufsystem ausgerüstet. Daneben wird natürlich die Überwachung durch uns und das Personal großgeschrieben.

(*1) Erkannt und alarmiert wird bei Herzstillstand, Kammerflimmern, Kammersalven, Kammercouplets, Bigeminus, Trigeminus, R auf T Phänomen, VES, Tachykardie, Bradykardie, Schrittmacherausfall.
(*2) Dies geschieht durch die hochmoderne ST-Streckenanalyse, ein EKG-Verfahren. Die ST Strecke ist bei Durchblutungsstörungen verändert, eine frühzeitige Alarmierung lässt etwa einen Herzinfarkt eher erkennen.

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3.Notfallequipment

Wir halten über die gesetzlich geforderten Bestimmungen hinaus Notfalltechnik vor. Es stehen 3 Cardioverter/ Defibrillatoren jederzeit einsatzbereit zur Verfügung, die Geräte werden regelmäßig gewartet und wöchentlich durch meine Mitarbeiter überprüft. Zwei Defibrillatoren setzt biphasische Energie ein (keine Vorschrift), diese Defibrillationstechnik zeigte sich in einer aktuellen Studie als Überlegen in der Behandlung des Kammerflimmerns. Entsprechend den aktuellen Empfehlungen ist eines der Geräte sogar ein AED (automatischer externer Defibrillator, keine Vorschrift).

Es steht ein nichtinvasiver Herzschrittmacher zur Verfügung (keine Vorschrift). Daneben steht umfangreiche notfallmedizinische Ausrüstung, auch zur Beherrschung ganz seltener Zwischenfälle bereit (Dandrolen zur Therapie der malignen Hyperthermie, Thoraxdrainagen bei Pneumothorax, Zentralvenenkathether bei starken Kreislaufstörungen, differenzierte Katecholamintherapie mittels mehrerer Perfusoren möglich, verschiedene Spezialtuben und Spezialkehlkopfmasken zum Management des schwierigen Atemwegs, Quicktrach zum notfallmäßigen Zugang zur Luftröhre, Trachlight-System zur lichtgeführten fiberoptischen Intubation, ...). Eine jederzeit greifbare Notfallkiste erlaubt die mobile Verfügbarkeit eines weiteren Narkosearbeitsplatzes „an jedem Ort“ inclusive Sauerstoff, Beatmung, Absaugung, Notfallmedikamenten.

Dr. Thöns hat mit "dem leitenden Notarzt Deutschlands" Prof. Sefrin Standards für  die Kindernotfallausrüstung veröffentlicht [Thöns M., Sefrin P: Vorhaltung notfallmedizinischen Equippments für den Kindernotfall. Der Notarzt 2007] und mit S. Müller ein Buch zur Kindernotfallmedizin geschrieben [Memorix Kindernotfall, Thieme 2009].

Arista/ Traumadex
Blutungen im Verlauf von Operationen sind häufige Komplikationen. Abhilfe bringt eine neue Generation von Blutstillern, die auf der innovativen MPH
® (Microporous Polysaccharide Hemospheres, Arista/ Traumadex)-Technologie basiert. Innerhalb von 1– 2 Minuten kommt es zu einer Blutstillung, selbst bei diffusen oder arteriell spritzenden Blutungen. Die Praxisklinik Witten hält dieses „Notfallpuder“ als erste OP Einrichtung in NRW zum jederzeitigen Einsatz vor. „Sicherheit steht bei uns ganz oben!“.

* Hong MF, Dorian P.: Update on advanced life support and resuscitation techniques. Curr Opin Cardiol. 2005 Jan;20(1):1-6

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4. Einsatz sicherer Narkosemedikamente

Es werden nahezu immer Medikamente mit äußerst großer therapeutischer Breite eingesetzt (das ist der Dosisunterschied zwischen der Dosis, die zur Therapie notwendig ist und der Dosis, die zur Vergiftung führt). So führt das hier eingesetzte Hauptmedikament selbst bei 10facher Überdosierung nicht zu Schäden (man schläft halt nur etwas länger).

Es besteht bei den Medikamenten kein Risiko für das mitunter tödlich verlaufende Narkosefieber (maligne Hyperthermie durch Narkosegase) und es gibt kein Risiko für verzögert einsetzende Atemstörungen bei den routinemäßig eingesetzten Narkosemedikamenten. Äußerst selten werden bei uns Narkosegase eingesetzt, etwa dann, wenn es überhaupt nicht gelingt eine Infusionsnadel vor der Narkose zu legen.

In den Krankenhäusern werden Narkosen dagegen zumeist mit Narkosegasen geführt, dies wird auch noch durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen zum krankenhausambulanten Operieren gefördert (§ 115 SGB V).

Narkosegase haben das Risiko einer malignen Hyperthermie, führen öfter zu Zitteranfällen nach Narkosen, häufiger zu Übelkeit und Erbrechen, häufiger zu Verwirrungszuständen nach Narkosen, führen zu häufigeren schwerwiegenden Komplikationen**** und betäuben nicht nur den Patienten, sondern auch alle mit den Gasen in Kontakt kommenden Personen gleich mit. Daneben wird ihnen eine fruchtschädigende Wirkung zugeschrieben. Für uns gilt: Narkosegase sind in der routinemäßigen Patientenversorgung out. Noch vor wenigen Jahren waren wir mit dieser Einstellung Außenseiter, heute wird in meinem Fachgeibiet heftig darüber diskutiert*.

Bei Kindern setzen wir schon seit Jahren keine 5prozentigen Glukoselösungen zur Operation ein, dies wurde 2007 von der zuständigen Fachgesellschaft empfohlen, auch Dr. Thöns hat hierzu publiziert**.

* Schwilden: Auf volatile Anästhetika kann verzichtet werden – Pro. AINS 39 (2004) 220

** Thöns, Sefrin: Glucosehaltige Infusionslösungen in der Notfallmedizin. Der Notarzt 23 (2007) 5
*** Sümpelmann R, Hollnberger H, Schmidt J, Strauß JM: Empfehlungen zur perioperativen Infusionstherapie bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Anästh Intensivmed 47 (2006) 616-619

**** Myles PS: Avoidance of Nitrous Oxide for Patients undergoing Major surgery. Anesthesiology 107 (2007) 221

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5.Einsatz sicherer Narkosetechniken

Angewendet werden hochmoderne Narkosetechniken in Abhängigkeit vom operativen Eingriff und den Wünschen des Patienten.

Vollnarkosen werden überwiegend mittels der Kehlkopfmaske durchgeführt, besteht das Risiko des Eindringens von Blut oder anderer Flüssigkeiten in die Lunge, so wird die Luftröhre durch einen Beatmungsschlauch (Endotrachealtubus) abgedichtet. Bietet sich in einem solchen Fall die Alternative eines Teilnarkoseverfahrens an, so erfolgt eine Spinalanästhesie, Periduralanästhesie oder ein anderes regionales Betäubungsverfahren (z.B. Fußblock, Plexusanästhesie, Bier-Block).

Die Technik wird ergänzt durch apparategestützte Überwachung. Standard ist MINDESTENS die doppelte Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut mit doppelter Alarmabsicherung incl. Stromausfallsabsicherung, die kontinuierliche Überwachung der Herztätigkeit, die erweiterte Herzrhythmus- und Herzdurchblutungsüberwachung (ST-Segmentanalyse) und die 3minütliche automatische Messung des Blutdruckes. Bei Vollnarkosen wird immer der Kohlendioxidgehalt der Ausatmung kontinuierlich überwacht (Kapnographie). Dieses Verfahren hat die Narkosesicherheit um den Faktor 10 (!) erhöht und gibt frühzeitig Auskunft zu Beatmungsstörungen (etwa der Fehlintubation), Asthmaanfällen, Lungenembolien, Schockzuständen oder bimmelt einfach dann, wenn der Beatmungsschlauch abgeknickt ist oder aus der Luftröhre herausrutscht. So simpel und einleuchtend sich das auch anhört, so ist es doch unverständlich, dass auch heute noch Patienten in Deutschland schwerste Behinderungen erleiden oder sterben, weil auf diese nicht vorgeschriebene Überwachung verzichtet wird.

Philosophie und Ehrgeiz von uns allen ist es jedoch, Zwischenfälle zu erkennen, bevor der Monitor „bimmelt“. Dies gelingt nur durch ständige hohe Aufmerksamkeit und durch umfangreiche Erfahrung. Besonders stolz sind wir darauf, dass bereits unsere jungen Mitarbeiterinnen immer wieder vor den Geräten mitreagieren.

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6.Risikofaktor „menschliches Versagen“

Wir Mediziner sind „unfehlbar", diesen Eindruck erwecken wir gerne in der Öffentlichkeit und teilweise vor uns selber ...

Dagegen weiß man schon lange, dass „menschliches Versagen" mit bis zu 80% als Hauptursache vermeidbarer Anästhesiezwischenfälle gilt [Cooper 78]. In den USA versterben jährlich zwischen 44.000 - 96.000 Menschen aufgrund medizinischer Fehlentscheidungen, das sind weit mehr Personen, als durch Verkehrsunfälle oder AIDS pro Jahr versterben.

Dabei sind es individuelle, in der Persönlichkeit des Einzelnen liegende „human factors", die die Güte narkoseärztlicher Versorgung im Positiven wie im Negativen definieren. Zu den Faktoren, die die Leistungsfähigkeit des Anästhesisten modifizieren können zählen physiologische Befindlichkeit, Persönlichkeitsstruktur und persönliche Einstellung, Ausbildungsstand und Erfahrung, Wissensverluste sowie Kommunikationsfähigkeit und Fehlerkultur [Kuhnigk 03]:

a) Physiologische Befindlichkeit:

Ein Ansatz zur Selbsteinschätzung der Befindlichkeit ist das IMSAFE-Konzept (Illness, Medication, Stress, Alcohol, Fatigue, Eating), ursprünglich entwickelt in der Luftfahrt zur Selbsteinschätzung von Piloten.

Eine solche Selbsteinschätzung führen wir im Team regelmäßig durch, wo es geht, werden Mitarbeiter nach Hause geschickt oder mit weniger verantwortlichen Tätigkeiten betraut. Wir sind ein sehr junges – fittes Team.

Durch den Verzicht auf Narkosegase werden wir auch nicht durch die Luft im Operationssaal „mitbetäubt“.

b) Persönlichkeitsstruktur/ Einstellung:

Anästhesisten seien nach einer britischen Studie intelligenter, zurückhaltender, ernster und angespannter im Vergleich zu Allgemeinärzten [Reeve 80], dies seien Persönlichkeitsmerkmale die für komplexe Risikotätigkeiten von Vorteil seien. – no comment....

In der Persönlichkeitsstruktur lägen aber auch Fehler provozierende Einstellungen, die mit „Gegengedanken“ angegangen werden müßten:

Einstellung falscher Kerngedanke empfohlener Gegengedanke
Unverletzlichkeit „Bei mir passiert sicher nichts“ „Es kann auch mir passieren“
Antiautorität „Sag mir nicht was ich zu tun habe“ „Denke an das empfohlene Verfahren, meistens stimmt es“
Macho „Ich zeige es euch, ich kann alles“ „Nur auf das Glück verlassen ist dumm, mach dir einen Plan“
Impulsiv „Mach irgendetwas, schnell“ „Erst denken, dann handeln“
Resigniert „Was soll das, ich kann nichts machen“ „Es gibt immer irgendetwas, das helfen kann"

Dieses Konzept haben wir uns im Team zueigen gemacht.

c) Ausbildungsstand und Erfahrung:

Es ist jedem völlig klar, dass jemand eine Tätigkeit besser beherrscht, wenn er sie öfter selber durchführt - „Übung macht den Meister“. Dies wurde unlängst in großen Studien auch für medizinische Tätigkeiten gezeigt [Slogoff 98] und führte letztlich dazu, dass heute manche Eingriffe nur noch von Ärzten durchgeführt werden dürfen, die eine gewisse Häufigkeit in der Durchführung darlegen können.

Als niedergelassener Anästhesist kann man die Arbeit nicht auf mehrere Schultern verteilen (wie in einer großen Krankenhausabteilung), die Narkoseführung obliegt einem immer persönlich, wenn die Praxis gut läuft, ist man in „ständiger Übung“.

Seit 1998 wurden in unserer Praxis ca. 20.000 Patienten allein druch Dr. Thöns narkotisiert (Stand 10/07), Praxispartner Holger Müller Berge ist bereits seit 1992 niedergelassener Facharzt für Anästhesiologie. Wir haben beide unsere Ausbildung im Marienhospital Witten (Chefarzt Dr. Sommer) begonnen, hier lag der Schwerpunkt in dem Erlernen praktischer Fähigkeiten. Wir gehörten nach wenigen Monaten zur Bereitschaftsdienstgruppe. Durch den hohen Anteil praktischer Arbeit erreichten wir in weniger als 3 Jahren die für die Facharztreife erforderliche Mindestanzahl an Narkosen, insbesondere haben wir hier bereits 3-mal so viele Kindernarkosen durchgeführt, wie für die Facharztprüfung erforderlich sind (Unser Dank hierfür gilt nicht nur Dr. Sommer, sondern auch seinen Oberärzten Dr. Kahramanoglu, Dr. Montag und Dr. Neveling). Auch erfolgte im Rahmen eines Assistententauschs der Einsatz von Dr. Thöns auf der Kinderintensivstation im Marienhospital Witten (Chefarzt PD Heller).
Den wesentlichen weiteren Teil der Thöns-Ausbildung wurde in den BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum (Dirketor Prof. Zenz) absolviert. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag hier neben der Schmerztherapie (Prof. Zenz ist der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie) insbesondere in der Intensivmedizin (Herzintensiv, unfallchirurgische Intensivstation) und der Führung von Narkosen zu großen Optionen und von schwer kranken Patienten. Lange Zeit war er auch im Herz-OP eingeteilt, an Herztransplantationen hat er mitgewirkt. "Mein Dank gilt hier vielen Kollegen, die mir mit viel Geduld und Mühe die großen Eingriffe des Fachgebietes beibrachten (Drs. Weiß, Mathei, Dertwinkel, Strumpf, Donner, Wiebalck, Schepanski, Prof. Tryba) und natürlich Herrn Prof. Zenz, der irgendwie auch heute noch „mein Chef ist“." Holger Müller Berge hat den weiteren wesentlichen Teil seiner Ausbildung dann in dem Essener Alfried Krupp Krankenhaus absolviert. Das Alfried Krupp Krankenhaus ist als Klinik der Maximalversorgung vor einigen Monaten als "Deutschlands patientenfreundlichstes Krankenhaus" gewählt worden.

d) Wissensverluste:

Fortbildung ist für uns nicht nur lästige Berufspflicht (für einen Vertragsarzt sind 50 Fortbildungseinheiten pro Jahr verpflichtend, sonst gibt es weniger Honorar ...) sondern wird einerseits interessehalber kontinuierlich gepflegt, andererseits sind wir aufgrund unserer Gutachtertätigkeit ständig darauf angewiesen aktuelle Literatur zu lesen und zu zitieren. Insbesondere die Gutachtertätigkeit konfrontiert uns immer wieder auch mit Zwischenfällen, die das Nachdenken über die Verbesserung unseres eigenen Praxisablaufs anregt und hier schon zu weitreichenden Risikominimierungen geführt haben. Aus Fehlern lernen!!!

e) Kommunikationsfähigkeit:

Ein wesentlicher Faktor der Flugzeugkatastrophe der Birgen-Air vor Jahren war die Kommunikationsstörung zwischen Pilot und Copilot, ab einem gewissen Zeitpunkt sprachen die beiden nur noch aneinander vorbei, es folgte der Absturz. Heute weiß man, dass die fehlerhafte Kommunikation in 25-30% als beteiligter Faktor für schwere Narkosezwischenfälle gilt [Arbous 01].

Beispiele von Kommunikationsfehlern im OP sind etwa: „Ich rede während der Operation nicht mit dem Anästhesisten",Mehrdeutigkeiten wie „es blutet etwas" oder Brüskierungen „warum dauert die OP so lange".

Ein wesentlicher Vorteil des selbstständigen Arbeitens ist, dass man sich seine Operateure (oder andersherum auch seinen Anästhesisten) aussuchen kann. Dies bedingt zunächst einmal, dass es ein angenehmes miteinander Arbeiten ist. Sicherlich können wir uns auch an Kollegen erinnern, wo dies nicht so war, aber diese Kollegen arbeiten nun mit anderen Anästhesisten ...

Weitere Probleme stellen sich, wenn die Anzahl der beteiligten Personen wächst (Assistenzarzt - Oberarzt - Chefarzt ...) und Zuständigkeiten unklar sind.

Im Rahmen des praxisambulanten Operierens sind die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie die „Befehlsstruktur" mit den Mitarbeitern völlig klar. Der Anästhesist fürs Leben, der Operateur für den Eingriff.

Zudem habt Thöns persönlich an mehreren Kommunikationsseminaren teilgenommen und entsprechend trainiert (Prof. Husebö, Prof. Heid).

Kommunikation bei der Notfallversorgung – auch mit unterschiedlichsten Hilfskräften und Hierarchien – aus dem Notarztdienst auch bestens bekannt.

f) Fehlerkultur

Nicht zuletzt genannt werden darf eine positive Fehlerkultur. Die Einsicht, dass Fehler vorkommen können, ist da schon der erste Schritt zur Besserung.

Nicht Bestrafung oder Abmahnung stehen bei uns im Rahmen von Fehlerereignissen im Vordergrund, sondern die regelmäßige Teambesprechung. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, damit ein (mögliche) Fehler nie wieder auftritt und erarbeiten gemeinsam das Ziel: Minimierung möglicher Fehlerquellen.

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7.standardisierte Abläufe

Standardisierte Abläufe reduzieren den Fehler „Menschliches Versagen“. Jeder kennt seine Aufgabe, jeder ist mit der Aufgabe vertraut und beherrscht sie. Standardiesierte Arbeitsabläufe wurden auch im Rahmen des Qualitätsmanagements definiert.

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8.Notfallmanagement

Die 1-2mal jährliche Notfallübung ist Standard in unserer Praxis, mittlerweile bieten wird dies auch als Fortbildung für unsere Operateure an und werden hierfür auch regelmäßig von der Ärztekammer Westfalen-Lippe mit 6 Punkten zertifiziert.

Dr. Thöns ist immer noch aktiver Notarzt (Notarztdienst der Stadt Witten) und daher ständig persönlich trainiert in notfallmedizinischen Techniken. Ebenso ist die Mitarbeiterin Claudia Bloß Rettungsassistentin und insofern sehr firm in der Notfallmedizin..

Alle Mitarbeiter sind fit in Techniken der Wiederbelebung, im Atemwegsmanagement und in der Infusionstechnik.
Das persönliche Training wird ergänzt durch die gesetzlich geforderten Ablaufpläne.

Dr. Thöns ist Lehrbuchautor für ein Buch zur Kindernotfallmedizin.

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Und was passiert zuhause??

Sie dürfen unsere Praxis erst verlassen, wenn nach menschlichem Ermessen mit Komplikationen nicht mehr gerechnet werden braucht und wenn Sie sich persönlich sicher fühlen. Es gibt immer wieder Patienten (Eltern), die noch länger bleiben wollen, das stellt für uns kein Problem dar, Sie bleiben so lange, wie Sie möchten.

In den Jahren unserer Niederlassung haben – trotz ständiger Erreichbarkeit über Handy – weniger als 14 Anrufe nach den Operationen zu einer Rückfrage durch Patienten geführt. Dies betraf Übelkeit (in einem Fall war tatsächlich ein eintägiger stationärer Aufenthalt im Krankenhaus zur Infusion erfolgt), Probleme beim Wasserlassen (hier reichte der telefonische Hinweis auf die drohende Katheteranlage um alles wieder zum Laufen zu bringen) und leichte Nachblutungen, die vom Operateur per Hausbesuch gemeistert wurden.

Bei nun mehr als 20.000 Eingriffen waren wir noch nicht auf den städtischen Notarztdienst (etwa bei postoperativen Problemen) angewiesen ...

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1. Werde ich wieder aufwachen?

Die weit verbreitete Auffassung, daß der durch Narkosemedikamente ausgelöste Schlafzustand dauerhaft anhalten könnte – man also nicht mehr aufwache – ist nicht richtig.

Zu einem „Nichtwiedererwachen“ – also ein so genanntes Koma als Folge einer Narkose kann es allenfalls bei sehr schweren Narkosezwischenfällen mit schwerstem, anhaltendem Sauerstoffmangel kommen. Solche schlimmen Zwischenfälle ereignen sich glücklicherweise äußerst selten. So ist es z.B. fast wahrscheinlicher auf einem Flug in die Türkei zu verunfallen, als einen solchen Zwischenfall zu erleiden.

Die Antwort auf die Frage ist also: Ja, Sie werden wieder aufwachen.

Aus Kochs, Krier, Buzello, Adams: Anästhesiologie. Thieme 2001

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2. Wie häufig kommt es zu Narkosezwischenfällen?

In aktuellen Veröffentlichungen aus den USA wird das derzeitige Narkoserisiko mit bis zu 1:200.000 angegeben. Damit ist - statistisch gesehen - eine Narkose so sicher wie ein Flug in die Türkei (bedenken Sie: „Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel"). Leider wird von uns Ärzten verlangt, mit unseren Patienten über dieses „Risiko" vor der Operation zu sprechen. Dieser Logik folgend müsste ein Flugkapitän zur Begrüßung auch über Flugzeugabstürze und Entführungen ... reden (?)

Die große Angst vor der Narkose stammt noch aus den Anfangsjahren unseres Fachgebietes. In den 50er Jahren lag das Risiko einer Narkose noch bei ca. 1:1000, sodaß nahezu jeder von schlimmen Narkoseproblemen bei Bekannten/ aus seinem Umfeld berichten konnte. Sie werden niemanden kennen, der einen „Narkosezwischenfall“ in den letzten Jahren erlitt oder der jemanden kennt, der jemanden kennt, .... der einen Narkosezwischenfall erlitt.

aus: http://www.airsafe.com/airline.htm

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3. Was sind die Ursachen von Narkosezwischenfällen?

In einer Untersuchung von Narkosezwischenfällen der Jahre 1974- 1988 wurde festgestellt, daß 93% dieser Zwischenfälle durch (bei uns vorhandene) Narkoseüberwachungsmonitore vermeidbar gewesen wären. Das Problem liegt also nicht daran, daß es einem Patienten schlecht geht, daß Problem liegt überwiegend daran, daß dies durch Unaufmerksamkeit und mangelnde Monitorüberwachung nicht rechtzeitig entdeckt wurde. Aktuell gilt insbesondere dem Faktor „menschliches Versagen“ als Hauptursache vermeidbarer Narkosezwischenfälle höchste Beachtung (s.u.). Eine aktuelle Arbeit aus Deutschland zeigt, dass derzeit der häufigste Einzelgrund das Eindringen von Flüssigkeit in die Atemwege (Aspiration) ist. Das unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, dass man zu einer Narkose nüchtern kommen muss!!!

Aus: Tinker et al: Role of monitoring devices in prevention of anesthetic mishaps: a closed claims analysis 71 (1989) 541
Madea, Dettmeyer: Medizinschadenfälle und Patientensicherheit. Deutscher Ärzteverlag 2007

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4. Ist eine Kindernarkose gefährlicher?

Prinzipiell scheint eine Narkose bei Kindern ebenso sicher zu sein, wie bei Erwachsenen. Lediglich bei sehr kleinen Kindern (Säuglinge) gibt es häufiger „technische Probleme“.

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5. Wie kann ich meine Sicherheit bei der Operation/ Narkose erhöhen?

Insbesondere durch 6 Dinge:

Lesen Sie den Aufklärungsbogen zur Narkose aufmerksam durch und beantworten Sie insbesondere die Gesundheitsfragen sehr gewissenhaft. Sie helfen mir damit, Ihren Gesundheitszustand exakt einzuschätzen und vermeidbare Risiken zu minimieren (z.B. Allergien, Zuckerkrankheit, Drogeneinnahme ...)

Halten Sie sich strikt daran, vor der Narkose weder zu essen, noch zu trinken oder zu rauchen. Dies alles erhöht die Magensäuremenge. Kommt es bei der Narkose zu einem Übertritt von Magensäure in die Lunge, so löst dies eine kaum behandelbare schwere Lungenentzündung aus.

Eltern sollten daher ihre Kinder vor dem Eingriff sehr genau beobachten und beachten Ess- oder Trinkbares aus der Reichweite des Kindes zu entfernen. Auch auf Zähneputzen sollte bei Kleinkindern vor dem Eingriff verzichtet werden.

Mit der häufigste Narkosezwischenfall ist der von der Liege stürzende Patient. Bei Erwachsenen verwenden wir nach der Operation ggfs. Bettgitter. Bei Kindern muss eine Begleitperson ständig am Bett des Kindes verweilen und dieses beobachten (insbesondere auch dann, wenn der „Schlafsaft“ gegeben wurde). Sollten Sie einmal kurz den Raum verlassen wollen, besprechen Sie dies vorher unbedingt mit einer Schwester oder mit uns.

Kommen Sie WARM zur Narkose, decken Sie sich im Vorbereitungsraum gut zu. Eine aktuelle Untersuchung zeigte, dass sich so Wundinfektionen auf 1/3 reduzieren lassen*.

Achten Sie mit darauf, dass Ihr Kind nach der Narkose im Aufwachraum immer am Sauerstoffüberwachungsmontor angeschlossen ist. Bei Alarm bitte eine Schwester holen (kommt eigentlich von selber).

Weisen Sie uns unbedingt auf lockere Zähne (auch Milchzähne) hin. Diese könnten in die Lunge gelangen und sie müssten dann in einem eigenen Eingriff entfernt werden.

* Heuer: Prewarming – Einführung in ein Verfahren zur Vermeidung der perioperativen Hypothermie. Der Anästhesist 38 (2003) 581

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6. Ist eine ambulante Narkose nicht risikoreicher als eine Narkose im Krankenhaus?

Es gibt in Deutschland strenge Vorschriften zur technischen Ausstattung für die Narkoseeinleitung. Die Vorschriften für diesen so genannten Anästhesiearbeitsplatz sind selbstverständlich in Praxis und Klinik gleich und werden von gewissenhaften Kollegen durchweg eingehalten. Insbesondere die kontinuierliche Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut (Pulsoxymetrie ist Vorschrift!), sowie die Messung des Kohlendioxids in der Ausatemluft hat zu einem revolutionären Sicherheitsgewinn der Narkosemedizin geführt.

Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus werden in unserer Praxis – so es sinnvoll ist – zusätzliche Überwachungsgeräte routinemäßig eingesetzt, bzw. sind vorhanden:

Die kontinuierliche Messung der Atemgase – insbesondere des Kohlendioxids in der Ausatemluft- wird bei jeder Vollnarkose/ Rauschnarkose durchgeführt.*

Die ST-Segmentanalyse zur Erkennung von Herzdurchblutungsstörungen (Herzinfarkt) und die erweiterte automatische Herzrhythmusanalyse.

Ein Herzschrittmacher, sowie 2 Cardioverter/ Defibrillatoren (1 AED) zur Behandlung des Herzkammerflimmerns, sowie anderer Herzrhythmusstörungen ist vorhanden.

Verschiedene Spezialtuben und Spezialkehlkopfmasken zur Erleichterung der „schwierigen Intubation“.

Eine über die Vorschriften weit hinausgehende Vorhaltung von Notfallmedikamenten und Infusionen/ Zentralvenenkathetern und Spezialkanülen. Zum Beispiel gab es am 06.11.2009 neue Empfehlungen bei Zwischenfällen während der Regionalanästhesie. Die notwendigen Spezialmedikamente und eine Aktualisierung des praxisinternen Notfallplans erfolgten noch in der gleichen Woche [Volk et al 2009].

Für jeden Patienten steht im Aufwachraum ein Überwachungsmonitor nach der Operation zur Verfügung. Der Aufwachraum und die Patientenzimmer sind mit einer Schwesternnotrufanlage ausgerüstet*

* diese beiden Punkte (Überwachungsmonitore) hätten 93% der Zwischenfälle aus der oben zitierten Studie vermieden. Allein die Vorhaltung von Blutkonserven ist lediglich im Krankenhaus gesichert. So sind also Eingriffe, bei denen Fremdblut gegeben werden muß nicht für eine Praxis geeignet und sollten im Krankenhaus durchgeführt werden.

Kochs, Krier, Buzello, Adams: Anästhesiologie. Thieme 2001
Volk T, Graf M, Gogarten W, Kessler P, Wulf H: Empfehlungen zur Lipidbehandlung bei der Intoxikation mit Lokalanästhetika. Anästhesie & Intensivmedizin 50 (2009) 698

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7. Ist die personelle Ausstattung im Krankenhaus nicht besser?

Eine übliche Anästhesieabteilung eines mittelgroßen Krankenhauses besteht zu ¼ aus Fachärzten für Anästhesiologie, die übrigen Ärzte befinden sich in der Weiterbildung.

In unserer Praxis werden sie immer von einem erfahrenen „Facharzt für Anästhesiologie" narkotisiert. Das Notfallmanagement wird in unserer Praxis großgeschrieben und mindestens 1-2 mal jährlich im gesamten Team geübt. Persönlich halten wir uns in notfallmedizinischen Dingen fitt durch regelmäßige Tätigkeit als Notarzt (1 X pro Monat).

Daneben stehen uns im unter 90 Sekundenbereich neben dem ohnehin anwesenden Operateuer (Facharzt!) folgende weitere Fachärzte zur Verfügung: Chirurg mit Notarztqualifikation Dr. Sabbagh im gleichen Haus, Dr. Psonka, Kinderärztin – Nachbarin, Dr. Vrettos, Cardiologe, Nachbar, Drs. Hagemeister/Idris/Iwe - Gynäkologen

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8. Ist eine Teilnarkose nicht schonender für den Körper?

Sowohl eine Teilnarkose (so genannte rückenmarksnahe Betäubung), wie eine Vollnarkose sind sichere und schonende Verfahren, die sich in Bezug auf die Häufigkeit schwerwiegender Probleme nicht unterscheiden. Bei manchen Patientengruppen ist eine rückenmarksnahe Narkose von Vorteil, bei anderen eine Vollnarkose. In diesem Fall werde ich Ihnen sicherlich das für Sie günstigere Verfahren anbieten.

Sind beide Verfahren gleichwertig bei Ihrer Operation, rate ich eher zur Voll-/ Rauschnarkose aus folgenden Gründen:

Der große Vorteil der ambulanten Narkose ist die rasch mögliche Entlassung ins häusliche Umfeld. Die Narkosedauer ist jedoch lediglich bei der Vollnarkose sehr präzise zu steuern, bei der Teilnarkose gibt es eine große Streubreite der Medikamentenwirkdauer (von zu kurz, bis viel viel zu lang).

Bei rückenmarksnahen Narkosen gibt es prinzipiell das Risiko von sehr heftigen Kopfschmerzen in den Folgetagen, die eventuell sogar eine erneute Punktion notwendig werden lassen. Hier scheint das Risiko erhöht zu sein, wenn nach dem Eingriff keine Bettruhe eingehalten wird.

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9. Was wird denn gegen den Wundschmerz getan?

Wir verwenden eine Narkosetechnik die neben der Gabe eines Schlafmittels mit hohen Wirkstoffgaben eines starken Schmerzmittels durchgeführt wird. Eingriffe, bei denen üblicherweise stärkere Wundschmerzen auftreten werden durch örtliche Betäubungsverfahren ergänzt (Wundinfiltrationen, Peniswurzelblock, etc.) oder der Patient erhält noch in Narkose ein längerwirkendes starkes Schmerzmittel. Ist dies unzureichend werden Ihnen im Aufwachraum bei Bedarf entweder Medikamente durch den noch liegenden Venenkatheter oder als Zäpfchen gegeben. Bei weiterhin zu erwartenden Schmerzen geben wir Ihnen entweder direkt einige Schmerzmedikamente mit oder Sie bekommen ein entsprechendes Rezept. So können Sie in Eigenregie die Schmerzen gut behandeln. Gegebenenfalls stehen wir und der Operateur 24 Stunden telefonisch zur Verfügung, notfalls wird ein Hausbesuch gemacht.

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10. Werde ich starke Übelkeit haben?

Das von uns eingesetzte Schlafmittel (Propofol) wirkt nebenbei auch als „Antibrechmittel“, schützt also vor Übelkeit. Die als „Brechmittel“ verdächtigten Narkosegase werden bei uns nur höchst selten verwendet. Das Risiko von Erbrechen ist also insgesamt gering. Nach der Narkose werden alle Patienten schriftlich zu ihren Befindlichkeiten befragt, es erfolgt eine anonymisierte statistische Auswertung. Hier ergab sich in einer Auswertung der Daten aus 2004, dass weniger als 4% der Pateinten über Übelkeit oder Erbrechen im Aufwachraum klagten. In der internationalen Literatur wird die Häufigkeit üblicherweise auftretender Übelkeit nach Narkosen mit 30% nach Allgemeinnarkosen angeben*, nach HNO-Eingriffen sogar von 53%**.

Weitere Vorteile der „Narkose durch die Vene“ sind:

1.angenehmes Einschlafen und Erwachen, positive Träume.

2.seltenere Verwirrungszustände nach den Narkosen (V.a. Kinder)**

3.kein Risiko einer „malignen Hyperthermie“ = katastrophaler Narkosezwischenfall**, seltener Kehlkopfkrampf, höhere Kreislaufstabilität, keine Organschäden (fehlende Organtoxizität Leber / Nieren)

4.kein Risiko einer Fruchtschädigung (Übrigens nicht nur für Sie, sondern auch für mein Personal)**

5.keine Umweltschädigung (Treibhausgaseffekt durch Narkosegase)**

6.weniger starkes Kältezittern nach der Narkose

7.„kein Einschlafen von Narkosearzt und Operateuer“

8. keine epilepsietypischen EEG-Veränderungen wie bei Narkosegasen

9. Weniger Kehlkopfkrämpfe (Laryngospasmus) nach Narksen **

10. Weniger Schmerzen nach der Narkose ***

* Wallenborn et al: Metoclopramid und Dexamethason zur Prophylaxe von postoperativer Übelkeit und Erbrechen nach balancierter anästhesie. Der Anästhesist 38 (2003) 695

**Auerswald K, Behrends K, Burkhard U, Olthoff D: Propofoleinsatz für HNO Eingriffe im Kindesalter. Der Anästhesist 55 (2006) 846-853, Becke, Karin: narkoseeinleitung bei Kindern. Anästh & Intensivmed 51 (2010) 437

*** Cheng, SS: Patients Anesthetized with Propofol Have Less Postoperative Pain than Anesthetized with Isoflurane. Anesth Analg 106 (2008) 264

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Sind zwei kurz aufeinander folgende Narkosen gefährlich?

Nein. Z.B. ein Unfallverletzter wird über Wochen (z.T. Monate) mehrfach operiert und in der Zwischenzeit auch in Narkose gehalten. Folgeschäden durch die Narkosemedikamente wurden nicht beschrieben.

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Kann ich während der Narkose wach sein?

Schlimme Berichte in der Laienpresse haben zu einer deutlichen Beunruhigung geführt. Eine Wachheit bei der Narkose kündigt sich neben Veränderungen der Kreislaufparameter insbesondere durch Bewegungen an. So ist ein richtiges Wachsein unter Narkose eigentlich nur bei Narkosetechniken mit Betäubung der Muskulatur (sogenannte Muskelrelaxation) möglich, da man sich hier nicht bewegen kann. Wir verwenden eine Narkosetechnik die neben der Gabe eines Schlafmittels mit hohen Wirkstoffgaben eines starken Schmerzmittels durchgeführt wird. Auf Muskelrelaxantien verzichten wir fast vollständig. Ein absolutes Nullrisiko des Erwachens gibt es allerdings bei keiner Narkosetechnik, wenngleich aktuelle Studien zeigen, dass das Problem viel seltener auftritt, als noch vor einigen Jahren angenommen: So wird das Risiko derzeit auf ein Ereignis pro 15.000 Narkosen geschätzt. Auch die Folgen im Sinne von späten psychologischen Störungen seien seltener und weniger nachhaltig. Das Risiko ist bei Konsum von Drogen oder stärkerem regelmäßigem Alkoholkonsum erhöht. Bitte besprechen Sie dies ehrlich mit uns.

[Schraag, S: Inzidenz und Folgen intraoperativer Wachheit. Der Anästhesist 56 (2007) 1183]

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Muss ich auf Schmuck und Nagellack/ Kosmetika verzichten?

Verpflichtend zu entfernen sind hier Nasenpiercings und möglichst Ringe. Nasenpiercings sind oft sehr locker und können in die Lunge gelangen, Ringe können bei Schwellungen der Finger zu Abschnürungen führen. Zur Schonung des Fingers müßte der Ring notfalls aufgetrennt werden.

Kosmetika und Nagellack behindern den „diagnostischen Blick“ des Narkosearztes, der an der Hautfarbe einen Sauerstoffmangel erkennen kann. Da jedoch Überwachungsmonitore weit früher reagieren, kann im Einzelfall auf ein „Entschminken“ verzichtet werden.

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Muss ich vor der Narkose meine dritten Zähne herausnehmen?

„Jein“ - Das Entfernen der Zahnprothese gibt immer wieder Anlaß zu langen Diskussionen im Rahmen von Vorgesprächen.

Es gilt folgende Regel: Alles was der Patient selber aus dem Mund entfernen kann, sollte vor der Narkose herausgenommen werden. Kleinere Zahnprothesen, die herausfallen könnten müssen immer entfernt werden.

Prothesen, die der Patient selber beim Schlafen im Mund lässt, werden wir in aller Regel aber auch bei einer Narkose nicht herausnehmen, wenn der Patient dies wünscht.

Hier gibt es aber 2 wichtige Dinge zu beachten:

Im Rahmen von Narkosen kann es (mit äußerst geringem Risiko) zu Beschädigungen des Zahnersatzes kommen. Hierfür wird keine Haftung übernommen.

Sollten die „Dritten“ bei der Narkoseführung stören, werden sie in Narkose entfernt.

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Was sind die häufigsten Fragen des Patienten nach einer Operation?

Platz 1: Wann geht es los?
Antwort – Sie sind fertig.
Platz 2: Wann darf ich Essen/ Trinken?
Antwort: Sofort, wenn Sie im Aufwachraum sind.
Platz 3: Wann darf ich wieder rauchen?
“Antwort: Fangen Sie doch gar nicht mehr an!...“
Platz 4: Wann darf ich nach Hause?
“Antwort: - Bitte ziehen Sie sich erst an ...“

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